nichtöffentliche Schrägaufzüge der Tauernkraft AG im Kapruner Tal

Der Bau der Kraftwerksanlagen im Kapruner Tal war eine verkehrstechnologische Herausforderung ohne Beispiel. Zunächst wurde von der Bahnstation Bruck - Eusch eine 6,8 km lange Eisenbahnstrecke in Normalspur zum zu errichtenden Hauptstufenkraftwerk Kaprun gebaut. Straßen von einer Länge von 15 km wurden teilweise in den Fels hineingesprengt. Ein besonderes Kapitel der Bauarbeiten sind die Materialseilbahnen, welche allesamt wieder abgebaut wurden , nachdem sie ihren Dienst verrichtet hatten. Zum Bau der Sperrmauer Wasserfallboden wurde eine 7390 m lange Zementseilbahn gebaut, die ihren Ausgangspunkt am Werksbahnhof Kaprun hatte. 35 t Zement beförderte diese Umlaufbahn stündlich mit einer Geschwindigkeit von 2,25 m/s. Der benötigte Kies wurde mit einer 4150 m langen doppelten Umlaufbahn vom Mooserboden zum Bauplatz der Limbergsperre gebracht. Drei Kabelkrane überbrückten die 450 m breite Talenge, sie konnten Lasten bis zu 8,5 t befördern. Zur Baustelle am Mooserboden verkehrte eine 4,6 t tragende Schwerlastseilbahn. Parallel zur noch heute existenten  Maiskogelbahn führte eine 1730 m lange Pendelseilbahn zum Wasserschloß Maißkogel, die stündlich 5 t Baumaterial für den Druckstollen transportieren konnte. Am Stollenfenster Zeferet und am Stollenfenster Grubbach wurden zwei weitere Pendelseilbahnen mit 995 bzw. 1480 m Länge errichtet. Geblieben sind mehrere Schrägaufzüge, die in dieser Internetpräsenz erwähnt werden sollen. Die bekannteste dieser Anlagen ist der Lärchwandschrägaufzug, welcher auf einer eigenen Seite vorgestellt wird. Einige der hier vorgestellten Anlagen, so der Aufzug im Limbergstollen, waren für einige Zeit der Öffentlichkeit in beschränktem Maße zugänglich. Sie wurden dieser Nutzung jedoch wieder entzogen und dienen somit ausschließlich betrieblichen Transportaufgaben. Der Hauptgrund für die rein betriebliche Nutzung sind die äußerst beengten Verhältnisse in den Stollen, denen die Fahrzeuge angepasst werden mussten. So war es beim Fahrgastwechsel telweise sogar notwendig, die Dächer teilweise hochzuklappen. Konrad Hawel schreibt in seinem Artikel "Stollenbahnen in den Hohen Tauern": Benützt werden die Stollenbahnen heute normalerweise nur im Winter bei Kontrolle, Wartung und Reparaturarbeiten im Bereich Limbergsperre und Moserbodensperre. Öffentlich zugänglich ist die Bahn im Gegensatz zu früher, als der Limbergstolllen im Zuge der Kraftwerksbesichtigung zugänglich war ... heute nur mehr, wenn der Lärchwandschrägaufzug außer Betrieb ist oder nach einem Schlechtwettereinbruch rasch viele Besucher zu Tal gebracht werden müssen. Dem außenstehenden Interessierten bleibt daher nur die Hoffnung auf einen Zufall oder eine Spezialführung, wenn er diese Stollenbahnen sehen oder gar befahren will."

Der Maißkogelschrägaufzug wurde im Zuge der Abtragung der oberirdischen Druckrohrleitungen im Jahr 2007 außer Betrieb gestellt und 2008 abgetragen.

Schrägaufzug Möllpumpwerk

Betreiber:               

Tauernkraft AG, Kaprun

Streckenverlauf:      

Kaverne Möllpumpwerk - Drossensperrenkrone

Höhenunterschied:   

97 m

Streckenlänge:         

ca. 160 m

Nutzlast:                   

48 Personen oder 20 t

Spurweite:                

2400 mm

maximale Steigung: 

81 %

Fahrbetriebsmittel: 1 Wagen für 24 + 1 Personen

Geschwindigkeit:     

0,6 m / Sekunde

Schrägaufzug Limberg - West

Betreiber: Tauernkraft AG, Kaprun
Anlagennutzung: nichtöffentliche Anlage
Streckenverlauf: Sperrenfuß - Sperrenkrone
Höhenunterschied: 131,4 m
Streckenlänge: 186,2 m
Nutzlast: 12 Personen oder 2 t
Spurweite: 880 mm
maximale Steigung: 119 %
Fahrgeschwindigkeit: 2 m/s

Schrägaufzug Limbergstollen - Ost

Betreiber:                 

Tauernkraft AG, Kaprun

Streckenverlauf:       

Sperrenkrone - obere Schieberkammer

Höhenunterschied:   

258 m

Streckenlänge:         

ca. 400 m

Nutzlast:                   

8 Personen oder 2 t

Spurweite:                

650 mm

maximale Steigung: 

90 %

Fahrbetriebsmittel: 1 Wagen für 9 + 1 Personen

Geschwindigkeit:     

1,8 m/s

Schrägaufzug im Limbergstollen

Betreiber:               

Tauernkraftwerke AG, Kaprun

Streckenverlauf:     

Pendelaufzug im Limbergstollen

Eröffnung:               

02.02.1969

Höhenunterschied:  

590 m

Streckenlänge:        

923 m

Nutzlast:                   

5 t

Spurweite:                

800 mm

Fahrbetriebsmittel: 2 Haupt- und 2 Anhängewagen für je 15 Personen
Fahrzeit: 4,75 min

Geschwindigkeit:      

4 m/s

ehemaliger Maißkogelschrägaufzug

Betreiber:                 

Tauernkraftwerke AG, Kaprun

Streckenverlauf:       

längs der Maißkogel - Druckrohrleitungen

Eröffnung:                 

25.12.1969

Stilllegung / Abtragung: 2007 / 2008

Höhenunterschied:   

755 m

Streckenlänge:         

1450 m

Nutzlast:                   

18 t

Spurweite:                

1600 mm

maximale Steigung:  

82 %

Fahrbetriebsmittel: 1 Wagen für 54 Personen

1 2 3   4 5 6

  7 8 9 10 11 12

ehemaliger Maißkogelaufzug

Bild 1und 2: Strecke. Bild 3 und 4: Talstation. Bild 5 und 9: Strecke von der Bergstation her gesehen. Bild 6 und 7: Details. Bild 8: Informationstafel. Bild 10: Bergstation.

Aufzug im Limbergstollen

Bild 11: Informationstafel. Bild 12: Eingang zum Aufzug

Fotos: Bild 1und 2: F. Quintus. Bild 3 - 10: J. Henrichenburg. Bild 11 und 12: J. Nitsch